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Konzeption und Umsetzung von innovativen, GIS-gestützten Verfahrens- vorschlägen für eine quantitativ deskriptive Erweiterung der Landschaftsbildanalyse in der Landschaftsplanung. Zusammenfassung des Dissertationsvorhabens Im Rahmen des Dissertationsvorhabens sollen durch die Auswertung der gegenwärtig angewandten Landschaftsbildbewertungsmethoden elementare Analysedefizite aufgezeigt werden. Zur Behebung dieser Defizite sollen folgend durch das Potential von Landschaftsstrukturmaßen zur quantitativ deskriptiven Erfassung und damit eindeutigen und objektiven Beschreibung der Landschaftsstruktur GIS-gestützte Ver- fahrensvorschlägen konzipiert, umgesetzt, analysiert und verifiziert werden. Dabei ist auch die mögliche Integration dieser Verfahrens- vorschläge in die bestehenden Landschaftsbildbewertungsmethoden zu erläutern. Weiterhin soll im Vorhaben ein bisher in der Planungs- praxis der Landschaftsplanung fehlendes, innovatives, GIS-gestütztes Verfahren zur visuell-dreidimensionalen Analyse des Landschaftsbildes entwickelt werden, das eine der Perspektive des Landschaftserlebenden adäquate, standortspezifische Landschaftsbildanalyse und -bewertung (von u.a. Landschaftsstrukturmaßen) ermöglichen soll und ebenso als fachplanerische Erweiterung die herkömmlichen Landschaftsbildbe- wertungsverfahren verbessern kann. Für den planerisch anwendungs- orientierten Einsatz sollen die im Vorhaben entwickelten, innovativen Verfahrensvorschläge zudem in Standard-GIS-Software (ArcGIS) als Erweiterung implementiert werden. Das Vorhaben ist allgemein im Bereich der Umsetzung landschafts- planerischer Ziele im Spektrum zwischen den bedarfsbedingten An- sprüchen des Landschaftserlebenden und den von rechtlicher Seite her vorgegebenen Anforderungen (BNatSchG § 1) sowie dem fachplanerischen Bedarf nach objektiven und eindeutigen Aussagen zur grundlegenden, landschaftsbildrelevanten Raumstruktur angesiedelt. Grundsätzlich wird hinsichtlich der Verfahrensvorschläge ein praxistauglicher, räumlich-normativer, nutzerunabhängiger Analyseansatz verfolgt, um das raumstrukturelle Landschaftsbild, erlebensnah mit seinen elementaren Aspekten formalisiert, quantitativ deskriptiv vor allem auch auf Regional- und Landesebene unter einem in der Praxis vertret- barem Aufwand erfassbar zu machen. Ziele des Dissertationsvorhabens Das Dissertationsvorhaben soll einen Beitrag, sowie Orientierung und Lösungsansätze zur jungen Diskussion um den Einsatz von Landschafts- maßen in der Landschaftsplanung, speziell im Rahmen der Landschafts- bildanalyse und -bewertung leisten. Ein weiteres Ziel des Vorhabens ist die Aufhebung der weitestgehenden Vernachlässigung der visuellen Perspektive des Landschaftserlebenden in der gegenwärtigen Land- schaftsbildanalyse und damit die planerisch hinreichende Berück- sichtigung des tatsächlich visuell erlebbaren Landschaftsbildes durch Entwicklung eines GIS-gestützten Verfahrens auf der Basis der Ge- ländesichtfrequenz. Das Ziel der erlebensnahen Analyse und Bewertung des Landschaftsbildes ist dabei die Erweiterung und dadurch Ver- besserung der Planungsgrundlagen für die darauf aufbauende Ent- scheidungsfindung und Maßnahmenausweisung, was nicht zuletzt dem Landschaftserlebenden bzw. Erholungssuchenden selbst zugute kommen soll. Durch die objektorientiert programmierte Implementierung in Standard-GIS-Software (ArcGIS) kann dieses Verfahren als er- weiternder, planerischer Aspekt für bestehende oder zukünftige Landschaftsbildbewertungsverfahren fungieren. Konkret kann dieses Verfahren auch als Grundlage für die Ermittlung des nutzerbezogenen Erholungswertes der Landschaft verwendet werden, der seit der Novelle des BNatSchG im Jahr 2002 im Bundesrecht verankert ist. (vgl. auch OTT in VON HAAREN 2004: 271) Dabei kann es unter anderem auch neue Dimensionen der Raumgestaltanalyse erschließen. (vgl. auch WÖBSE in VON HAAREN 2004: 259) Es kann im Sinne von JESSEL ET AL. (2003: 46 f.) für die Planungsebene angewandt werden und deshalb grundlegend die Erfassung, Darstellung und Bewertung des Landschaftsbildes mit dem Ziel des Vergleichs von Landschaftsbildräumen hinsichtlich ihrer Schutzwürdigkeit auf großen und kleinen Maßstabsebenen ermöglichen. Auf der Wirkungsebene (siehe JESSEL ET AL. 2003: 46 f.) wiederum können durch das Verfahren Landschaftsbildszenarios erstellt werden und so die Wertigkeit des Landschaftsbildes vor und nach einem Eingriff oder in seiner historischen Entwicklung erlebensbezogen quantifiziert und bewertet werden. Mit den zwei inhaltlichen Schwerpunkten, zum einen dem Einsatz von Landschaftsmaßen und zum anderen der Entwicklung eines erlebensnahen Analyseverfahrens für die Landschaftsbildbewertung verfolgt das Dissertationsvorhaben zudem das Ziel die gegenwärtige, wissen- schaftliche Methodik der Landschaftsbildanalyse der Landschafts- planung zu hinterfragen und den modernen, technologischen Möglich- keiten nach zu erweitern, um durch einen kleinen Baustein im Bereich der Analyse und Bewertung der Landschaft eine wissenschaftliche und letztlich gesellschaftliche Weiterentwicklung zu ermöglichen. Im planerischen Kontext soll diese Arbeit einen anwendungsorientierten, wissenschaftlichen Beitrag zur räumlichen Planung leisten.